Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 26.08.2020 - 20:57 Uhr  ·  #1
Hallo zusammen,

ich möchte euch mal wieder auf eine kleine Reise mitnehmen. Der Blogbeitrag ist im ursprünglichen Layout natürlich auch auf amluhfivegolf.de zu finden.



"Falls ihr umkippt, dann bleibt immer mit einer Hand am Schlitten. Sonst rennen euch die Hunde weg", sagte Sigurd. Wenig später rauschte ich mit meinem Hundeschlitten durch eine verschneite Hügellandschaft und balancierte auf den Kufen durch die Kurven. Aber wie kam es dazu?

Ein Standby-Abenteuer

Alles begann damit, dass ich noch meinen Resturlaub aus 2019 nehmen musste und ich zu gern mal wieder einen richtigen Winter erleben wollte. Die raue, stürmische Küste Norwegens schien mir bestens geeignet für dieses Unterfangen. Mein Auslandssemester in Bergen lag nun fünf Jahre zurück und ich sehnte mich nach dieser Bilderbuch-Idylle mit den bunten Holzhäusern, der niedlichen Sprache und den freundlichen Norwegerinnen und Norwegern, die mich bei jeder Gelegenheit beim Wandern in den Bergen überholen würden. Also buchte ich mir dreieinhalb Wochen vorab Flüge von Hamburg über Oslo nach Bodø und zurück. Standby. Standby bedeutet, dass ich als Airlinemitarbeiter deutlich günstiger fliegen kann - in diesem Fall etwa zum halben Preis - aber nur an Bord komme, wenn ein freier Sitz übrigbleibt.

Ich gebe zu, mir war nach einem kleinen Abenteuer, aber die geneigten Leserinnen und Leser wissen zugleich, wie sehr ich Unsicherheiten hasse. Entsprechend aufmerksam behielt ich die Auslastungen meiner Flüge im Blick, spielte Alternativen über Oslo und Bergen im Kopf durch und schlief entsprechend unruhig, als die App StaffTraveller einen Tag vor Abreise vermeldete, dass mein Eurowings-Flug nach Oslo ausgebucht sei. [Fußnote: Es ist nicht auszuschließen, dass der Autor sein Umfeld vorab etwas verrückt gemacht hat.]

"Ich fliege standby nach Oslo", begrüßte ich hoffnungsvoll den Mitarbeiter beim Check-In, der nur trocken erwiderte: "Das ist schön für Sie". Dennoch machte er mir Hoffnungen, dass ich wohl zu 80 Prozent mitkommen würde, woraufhin ich meinen Koffer aufgab und eine Bordkarte erhielt. "SBY" prangte in großen Lettern darauf, ein Sitzplatz war nicht verzeichnet. Das bange Warten ging also weiter und meine Gardinenpredigt für meine Kolleginnen und Kollegen, die mir zuvor lässig versichert hatten, dass ich mir keine Sorgen machen müsse und auf jeden Fall mitkäme, nahm schon Formen an. Denn noch sah ich mich nirgendwo hinfliegen und der Umstand, dass ich 30 Minuten vor Abflug nicht über eine Bordkarte verfügte, ließ mich leicht unentspannt am Gate warten. Schließlich fiel am Boarding-Schalter mein Name: "Sie sitzen in der letzten Reihe am Gang, aber Hauptsache mitkommen, ne?" Ich nickte erleichtert und war froh einen Platz in dem nahezu ausgebuchten Airbus A319 zu bekommen.

In Oslo angekommen begeisterte mich die norwegische Organisation von Beginn an. Trotz Terminalposition erfolgte das De-Boarding auch über den hinteren Ausgang, sodass ich schnell die Gepäckausgabe erreichte, wo wenig später mein prall gefüllter Koffer vom Band lief. Für meinen Weiterflug mit SAS konnte ich sogar online einchecken und mir noch einen Fensterplatz in der ebenfalls fast ausgebuchten 737-700 aussuchen.

SAS - We are travelers by amluhfivegolf.de, auf Flickr

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Auf dem Flug gen Norden verwandelte sich der grün-braune Boden bald in eine helle Schneelandschaft. Im Sinkflug verschluckten rosarote Wolken die Maschine, die im Inneren übrigens über eine modernisierte Kabine mit neuen, grauen Sitzen und Holzdekor zu Beginn und Ende verfügte und somit gleich etwas skandinavische Gemütlichkeit ausstrahlte. Mit Letztgenannter war es allerdings schlagartig vorbei, je tiefer wir in die dunkle Fjordlandschaft hineinsanken. Der Schneesturm um Bodø schüttelte die Boeing mit einer Wucht in alle Richtungen, wie es nicht einmal die ausgelutschten Gelenkbusse in Bonn am Rhein in der letzten Reihe vermochten. Ich wartete nur auf den Go-Around. Doch die Piloten blieben auf Kurs, landeten überraschend sanft, nur um dann mit einer beherzten Bremsung auf der Hälfte der Landebahn zum Stehen zu kommen. Velkommen til Bodø!

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Der Flughafen von Bodø ist relativ übersichtlich. Während ich an einem der zwei Gepäckbänder auf meinen Koffer wartete, spannte sich indes eine lange Warteschlange durch das Terminal, denn mehrere Lofotenflüge mussten aufgrund des Wetters abgesagt werden. Ich dagegen hatte mein Ziel erreicht und stellte direkt meine Expeditionsvorbereitungen in Frage, als ich das Terminal ohne Handschuhe und Mütze verließ - schließlich sollte der Bus in wenigen Minuten fahren. Eine fatale Fehleinschätzung, denn der scharfe Wind hatte es direkt auf meine Ohren und Hände abgesehen. Am Ende war ich froh, dass mein Handy auf meine tauben Finger reagierte, sodass ich noch eine Busfahrkarte kaufen konnte. Da reichte auch die kurze Busfahrt von nur wenigen Minuten nicht aus, um sich wieder aufzuwärmen. Treffsicherer war ich derweil bei meiner Unterkunft. Immobilienexperten wissen ja, dass es letztlich nur auf drei Dinge ankommt: Lage, Lage, Lage! Dementsprechend hatte ich mir über airbnb eine kleine, zentrumsnahe Wohnung gebucht.


Streifzug durch die Hood

Nach einer unruhigen Nacht, der Sturm zerrte beharrlich an dem großen, weißgestrichenen Holzhaus, begann Tag 1 in Bodø. Meine Unterkunft lag inmitten eines, für Norwegen so typischen, Wohngebietes, mit vielen bunten Holzhäusern und verschneiten Straßen. Dennoch war ich nach wenigen Minuten Fußweg im Zentrum der 50.000 Einwohnerstadt, die mit zahlreichen Bars, Hotels, Büros und einer Universität das wirtschaftliche sowie kulturelle Zentrum der Region Nordland und zugleich das Tor zu den Lofoten ist. Dick eingepackt stapfte ich los, um das Stadtzentrum und den Hafen zu erkunden. Als pflichtbewusster Tourist hielt ich mich an den empfohlenen Pinguin-Gang: Ich ging leicht nach vorne gebeugt, damit das winterliche Michellin-Männchen nicht auf dem Eis ausgleitet und sich den Steiß prellt. Das war optisch vielleicht nicht der Brüller, von der Geschwindigkeit her ernüchternd, aber es funktionierte bestechend gut.

Bodø by amluhfivegolf.de, auf Flickr

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Im Jachthafen lagen die Jollen und Fischkutter. Der leichte Fischgeruch an den roten Hütten zog die Möwen an und in der Ferne versammelten sich die dunklen Wolken für das nächste Schneetreiben. Wenig später peitschte eine Mischung aus Schnee und Hagel um mich. Beschweren konnte ich mich nicht, denn raues Wetter hatte ich mir gewünscht. Dennoch entgleisten meine Gesichtszüge bei diesem ungemütlich, kalten Umschlag und ich flüchtete in einen nahegelegenen Supermarkt, zu Kiwi.

Wer einst meinen Norwegen-Blog verfolgte weiß, dass ich eigentlich überzeugter Rema-1000-Kunde bin. Der Preis ist heiß und gerade in Norwegen hat man nichts zu verschenken. In dem Moment, als ich all die vertrauten Produkte in den Regalen sah, war das jedoch vergessen: Norvegia Käse (schmeckt nach nix), Brun ost (aka Braunkäse) oder Rekesalat (Krabbensalat) - es gab kein Halten mehr. Außerdem sind Supermarktkassen in Norwegen immer ein Quell des Frohsinns für mich, weil das der einzige Ort ist, an dem ich mich seit jeher als Einheimischer fühle. Interessanterweise arbeiten da immer sehr hübsche und freundliche Kassiererinnen, mit denen ich hervorragend auf Norwegisch parliere. Gut, die Konversationen sind nicht sonderlich tiefschürfend. Möchte ich eine Tüte? Nein. Kann ich mit Karte zahlen? Ja. Möchtest du die Quittung? Vielleicht. Tschüss, schönen Tag noch. Aber es sind ja die kleinen Dinge, an denen man sich erfreuen muss.

Den Nachmittag spazierte ich an der Küste von Bodøsjøen entlang. Dort gibt es ein kleines Freilichtmuseum, dessen Gelände öffentlich zugänglich ist. Zugleich hat man dort einen schönen Blick auf den Saltfjord und die schneebedeckten Berge, die sich am gegenüberliegenden Ufer auftürmen. Die tiefstehende Sonne und die rasch vorbeiziehenden Wolken ergaben zusammen eine tolle Lichtstimmung. So hatte ich mir das vorgestellt und ich beneidete die Bewohner der umliegenden Häuser, die aus ihren modernen Wohnungen mit den großen Glasfronten dieses Schauspiel jeden Tag aufs Neue bewundern konnten.

Bodø by amluhfivegolf.de, auf Flickr

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[Anm. d. Red.: Obacht! Es folgt der obligatorische musikalische Abschnitt, der selbst bei wohlgesonnenen Leserinnen und Lesern für Irritationen sorgen kann. Da er inhaltlich nicht klausurrelevant ist, darf er übersprungen werden.]


Abends schaltete ich zum Kochen Radio Norge ein, jenen Sender, der mich einst mit Bruce Springsteen bekannt gemacht hatte, wann immer ich in Bergen den Hörfunk bemühte. Und auch jetzt führte kein Weg an der Station vorbei: Prince mit Purple Rain, Journey mit Don't Stop Believin', Bon Jovi's Livin' on a Prayer, Roxette, Tom Petty, Tina Turner oder Queen... Hit an Hit sage ich nur. Gleichzeitig hat hier ganz subtil die Erweiterung meines musikalischen Horizonts um norwegische Künstler stattgefunden, die auf den dortigen Sendern rauf und runter liefen. Und so prägten unter anderem Dagny, Sigrid und Julie Bergan meinen Soundtrack von Bodø. Ach und dann war da noch diese sensationelle Version von "Take on me" von aha und Kygo. Offenbar bin ich leicht anfällig für die norwegische Popmusik. In den Nachrichten meldete der Sender derweil einen Sandsturm auf den Kanaren, der tausende Urlauber sprichwörtlich stranden ließ. Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass das gesamte öffentliche Leben in Europa keine vier Wochen später aus anderen Gründen komplett zum Erliegen kommen sollte.


Say hi to Luna!

Der nächste Tag begann zeitig um sieben, um die letzten Vorbereitungen für meinen anstehenden Ausflug in den Schnee zu treffen. Wie immer dauerte es Ewigkeiten, bis die Wanderstiefel ordnungsgemäß verschnürt, der Schal ohne Lücken umgelegt, die Mütze frisurschonend aufgesetzt und die Handschuhe übergestreift waren. Doch irgendwann stapfte ich immer schnelleren Schrittes zur Touristeninformation, wo ich Kaya traf. Kaya gehört zu jenen Menschen, die sich in der Natur am wohlsten fühlen. Sie trug lange Fellstiefel und strahlte über das ganze Gesicht, als sie mich und zwei weitere Abenteuerlustige begrüßte, um mit uns zur Huskyfarm nach Ljøsehammeren zu fahren. Als wir die Stadt hinter uns gelassen hatten, legten wir jedoch erst einmal einen Stopp beim Saltstraumen ein - dem größten Gezeitenstrom der Welt. Dort fließen mit der Tide fast 400 Kubikmeter Wasser zwischen zwei Fjorden hin und her und sorgen für eindrucksvolle Strudel. Jetzt allerdings hielt sich das Schauspiel in Grenzen, doch auch so war die Landschaft unbeschreiblich schön.

Saltstraumen by amluhfivegolf.de, auf Flickr

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Wer sich für Bodø interessiert, kommt um den Saltstraumen nicht drum herum. Kein Blogbeitrag oder Reiseführer, keine Reportage, die das Naturereignis unerwähnt lässt. Da verwundert es nicht, dass am nahegelegene Coop Prix Supermarkt in großen Lettern "Lebensmittel" und "Food" an der Außenwand prangen. Wir hingegen ernteten Lob, dass wir uns alle vorab um Proviant gekümmert hatten und setzen unsere Reise entlang des Skjerstadfjord auf vereisten Straßen fort. Rund anderthalb Stunden wechselten sich Wälder, kleine Dörfer, Tunnel und Fjorde ab. Unten am Ufer entdeckten wir Elche. Fortlaufend erstreckte sich ein weiterer, verschneiter Berg vor uns, in den flachen Ebenen standen verstreut bunte Holzhäuser wie in Bullerbü. Ich frage mich wer hier draußen wohnt. Hier liegt der Schnee bis Ende April und auf den vereisten Straßen kommt man meistens nicht schneller als mit 60 Stundenkilometern voran.



Unzählige Kurven und Täler später säumten anderthalb Meter hohe Schneeschichten die Straße und wir kamen in einer freigeräumten Einfahrt zum Stehen. So etwas habe ich noch nie gesehen. Der Schnee reichte bis zum Dach der Farm, die über ein angeschlossenes Café verfügt und im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel ist. Sigurd erzählte uns, dass er die Auffahrt am Vortag mit der Schneefräse freigelegt hatte, da der Weg vollkommen zugeschneit war. Sigurd ist Musher und wohnt hier seit einigen Jahren mit seinen Huskys. Die Hunde leben in Holzhütten und warteten in der Sonne auf ihren nächsten Einsatz. "Die Huskys sind freundlich, sie freuen sich euch kennenzulernen. Erschreckt euch nicht, wenn sie an euch hochspringen", warnte Sigurd uns, als wir uns den Hunden näherten. Wenig später kraulte ich mich durch das dicke Huskyfell. Sie waren so flauschig. Meine neuen Handschuhe glaubte ich derweil schon verloren, denn die grauen Hundehaare hingen büschelweise daran. Als ich kurz innehielt, blickte mich der Hund mit seinen braunen Augen strafend an, trat mit seiner Pfote auf meinen Fuß und gab mir so unmissverständlich zu verstehen, dass wir beide hier noch nicht fertig sind.

Siberian Huskies by amluhfivegolf.de, auf Flickr

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Dann begann Sigurd die Hunde vor die Schlitten zu spannen und die gemütlichen, fast verspielten Tiere waren plötzlich heiß wie Frittenfett. Laut bellend machten sie sich gegenseitig wild, jeder der drei Schlitten wurde von einem Anker im Schnee gehalten, damit die Reise nicht ohne uns begann. Zu Anfang saß ich im ersten Schlitten und genoss die hügelige Schneelandschaft, während die Huskys durch den Schnee preschten. "Winter Wonderland" trifft es wohl am besten. Später tauschten wir und ich steuerte meinen eigenen Schlitten. Auf der Hinfahrt im Auto hatte Kaya mich gefragt, wie geübt ich im Wintersport sei [Anm. d. Red.: Die Frage wäre spartenübergreifend ablehnend zu beantworten] und gab mir den Tipp, mich immer leicht in die Kurve zu legen, um nicht mit dem Gespann umzukippen. Tolle Aussichten. Vorsichtig balancierte ich also auf den Kufen.



[Fußnote: Das Video ist im Hochformat, damit es gut in die Instagram-Story passte. Wen das wuschig macht, möge eben die langsamere Sequenz im Querformat anschauen.]



Die sibirischen Huskys schienen gar die sozialistischen Tugenden verinnerlicht zu haben und kannten nur eine Richtung und das war vorwärts. Sobald es nur leicht abwärts ging, entwickelten die Hunde eine ungeheure Zugkraft, sodass ich sie regelmäßig ausbremsen musste, damit wir dem vorausfahrenden Schlitten nicht zu nahe kamen (was die Huskys direkt mit fragenden Blicken nach hinten quittierten). Schnell hatte ich jedoch den Dreh raus und genoss die Fahrt. Die Kufen des Schlittens schnitten sich knirschend durch den Schnee. Den Abhang zurück zur Farm sauste ich regelrecht durch die Kurven und hielt mich wacker auf der äußeren Kufe, um die Balance nicht zu verlieren. Es war eine Wahnsinnserfahrung!

Zurück auf der Farm hatte sich das Wetter grundlegend gewandelt. Am vormals blauen Himmel hingen nun graue Wolken und dicke Schneeflocken segelten zu Boden. Während Sigurd die Hunde wieder zurückbrachte, nutzte ich die Zeit für ein paar Fotos. Natürlich waren die Welpen schrecklich süß...

Siberian Huskies by amluhfivegolf.de, auf Flickr

...während die großen Hunde eher eindrucksvoll waren.

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Eine Hündin zog dabei ganz besonders ihre Aufmerksamkeit auf mich: Luna. Schon vor der Fahrt hatte sie ihr Gespann wild gemacht, sodass Sigurd sie zur Räson bringen musste. Nun posierte sie wie selbstverständlich und blickte mit ihren klaren, blauen Augen in die Kamera. Sie war die Schönste von allen und das war ihr zweifellos klar.

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Im leeren Café wärmten wir uns auf und ließen unsere Handschuhe und Schals trocknen. Sigurd kochte Kaffee und während wir auf die AIDA-Reisegruppe warteten, die gemeinsam mit uns angereist und für eine Schneeschuhwanderung losgezogen war, erzählte Sigurd ein wenig von seinem Alltag. Dass er einst als Kindergärtner im Süden gearbeitet hatte, aber die Liebe zur Natur ihn aufs Land gezogen hatte und sein Huskyrudel seitdem stetig wuchs. Und dass sein Auto kaputt ist, weshalb er mit dem Hundeschlitten zum Einkaufen fahren muss - was allerdings immer noch praktischer sei, als mit den Hunden im Boot einen See zu überqueren, wie er es einst machen musste, um ins Dorf zu kommen.

Ich fragte mich derweil, ob sein Kalender nachgeht. Aber so ist es in Norwegen. Einerseits ist dieses Volk Innovationen gegenüber sehr aufgeschlossen und sehr modern. Andererseits haben Traditionen und die Natur einen hohen Stellenwert. Das wurde mir auch auf der Rückfahrt klar, als Kaya erzählte, dass sie irgendwann auch abgelegen wohnen möchte, um im Sommer endlich nackt ums Haus laufen zu können. Amüsiert kommentierte ich nur "oh, really?!", woraufhin sie lachend ergänzte, dass sie deshalb schon Ärger mit ihren jetzigen Nachbarn hatte.

Abends unternahm ich einen ersten Anlauf, um das Nordlicht zu sehen. Die Bedingungen waren leider alles andere als gut, denn während es tagsüber recht sonnig war, ließen die Wolken nachts nur vereinzelt größere Lücken. Auf der Suche nach einer freien Fläche ohne allzu viel Beleuchtung landete ich im Hafen von Bodø und wartete eine Stunde. Die Polarlichtaktivität sollte nicht überragend hoch sein, doch norway-lights.com sprach zumindest eine Empfehlung für die Polarlichtsuche aus. Leider hatte ich keinen Erfolg, doch in Erinnerung an die Aurora über dem Ersfjord wurde mir nochmals bewusst, dass dies nicht das richtige Setting war. Den größten Reiz hat das Nordlicht für mich, wenn man es in der freien Natur vor einer winterlichen Kulisse bestaunen kann - sei es nun über verschneiten Tannen oder mit Blick auf die Küste. Und das funktioniert immer noch am besten, wenn man etwas abgelegen wohnt und diese Orte nicht erst gezielt aufsuchen muss.


1000 Orte für Ihre Briefkastenfirma

Mittwoch, mein dritter Tag, begann wieder mit strahlend blauem Himmel und somit nicht unbedingt typisch für die Region. Denn besonders in der Winterzeit wechseln sich in Bodø vor allem Schnee, Regen und Sturm ab. Etwas bange beäugte ich daher auch seit Jahresanfang die Wettervorhersage für die Region. Doch ich hatte Glück, zumal auch der Wind nachgelassen hatte. Mit dem Bus fuhr ich nach Løpskmarka, einem Wohngebiet nördlich der Stadt, um von dort zu einer Küstenwanderung aufzubrechen. Die Broschüre dafür gab es nur auf Norwegisch und so hatte ich zu Beginn ernsthafte Zweifel, auf dem richtigen Weg zu sein. Die kleine Hafensiedlung und verwaiste Wohnwagen und Schuppen wirkten eher wie Geheimtipps aus meinem in Kürze erscheinenden Ratgeber "1000 Orte für Ihre Briefkastenfirma". Wenn mir diese Reise aber eins beibringen wollte, dann ist es Geduld zu haben und die Wege einfach mal zu Ende zu gehen, anstatt vorzeitig das Ende erahnen zu wollen.

Bodø by amluhfivegolf.de, auf Flickr

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Sehr bald breitete sich die zerklüftete Küste mit ihren kleinen Strandbuchten aus. Ohne die dicke Schneedecke hätte es vielleicht etwas karg gewirkt, aber so dominierten die Farben Weiß, Grau und Blau bis zum Horizont. Plötzlich begegnete ich auf den vereisten Flächen immer mehr Norwegern, die hier in ihren Schneeanzügen spazieren gingen oder an den Picknick-Tischen "Lunsj" abhielten. Eine junge Familie hatte sogar ein Lagerfeuer am Strand entfacht, um sich ihr Essen zu kochen. "Friluftsliv" nennen sie das - Freiluftleben. Auch ich packte hier mein Smørbrød und meinen Tee aus und genoss das leise Rauschen der Brandung. Erst im geheizten Bus merkte ich, wie kalt es draußen wirklich gewesen ist.

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Nach einem kleinen Aspirin-Complex-Zwischenstopp in meinem Appartement - ich wähnte bereits eine Erkältung auf dem Vormarsch - machte ich mich zur Dämmerung auf zum Rønviksfjellet. Der Berg liegt am Rande der Stadt und versprach einen tollen Ausblick auf die Stadt bei gleichzeitig überschaubarer körperlichen Anstrengung. Aber das ist ja immer so eine Sache in Norwegen: Zuerst ackerte ich mich die spiegelglatten Straßen in einem wunderschönen Wohngebiet mit vielen, bunten Holzhäusern hoch. Aus großen Fenstern blickten dort die Bewohner in ihren hübsch eingerichteten Wohnzimmern auf die Stadt. Auf der Suche nach dem perfekten Spot irrte ich schließlich umher, drehte kurz vor dem Ziel wieder um, stapfte bedächtig über vereiste Treppen und versank auf abgelegenen, schmalen Pfaden zwischenzeitlich bis zum Oberschenkel im Tiefschnee. Theoretisch war da ein Weg - glaubte man der Beschilderung. Aber ich, der den Rest des Jahres nicht eins mit der Natur ist, wollte nicht der Entdecker dieses Hügels sein - auch wenn es mir ums Foto leidtat. Als Forscher darf man nicht der gängigen Touri-Hybris erliegen, die zwangsläufig im Hubschrauber der Bergrettung endet.

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Mit der Einsicht, dass ich einen alternativen Fotospot finden musste, lief ich mit schweren Schritten zurück. Zum zweiten Mal bekam ich vor Augen geführt, dass man manche Wege einfach zu Ende gehen muss und nicht vorher aus Ungeduld und falscher Voraussicht abbrechen darf, weil man hin und wieder doch auf dem richtigen Pfad lustwandelt. Und so wurde ich auf einem Plateau eines Telekommunikationsmasten fündig. Während ich auf den Sonnenuntergang wartete, lief ich im Kreis umher, um die Kameraakkus und mich warm zu halten. Es war sehr kalt und rein rational konnte ich diese Exkursion nicht begründen. Mit dieser Einsicht begann ich zur Ablenkung in die kristallklare Dämmerung zu singen. Besonders eignete sich Won't forget these days von den Furys, auch Stars aus Les Miserable war unter dem sternenklaren Firmament ein Knaller. Zwar entdeckte ich hin und wieder Spaziergänger mit ihren Hunden, aber ich baute darauf, dass a) ich entweder gut genug die Töne treffe oder b) der Schnee die Ruhestörung schluckte.

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Ein Forschungstempel sondergleichen

Obwohl die Vorhersage ganz passabel war, zeigte sich Lady Aurora leider nicht und ich lief zurück zu meiner Unterkunft. Ich war zu fertig, um nochmal rauszugehen und nach dem Nordlicht zu schauen, also ging ich früh ins Bett. Am nächsten Morgen begrüßte mich dann eine Erkältung - oder war es Lungenmilzbrand? Der Grat ist schmal und darum musste ich diesen erneut sonnigen Tag leider etwas langsamer angehen. Ich besuchte die Apotheke, streifte durch die Stadt. schaute am Hafen vorbei und aß einen "Fiskeburger" im Tur Café in der Stormen Bibliothek. Die Bibliothek und der dazugehörige Konzertsaal wurden vor wenigen Jahren neu gebaut und haben zahlreiche Architekturpreise gewonnen. Visit Norway schreibt, dank der "prächtigen Glasfassade und dem Blick auf den Hafen fühlt man sich in Stormen in Bodø wie in einer Kathedrale der Literatur".

Treffender kann man es wohl nicht beschreiben. Zu gern hätte ich an einem solchen Ort geforscht. Jetzt beschränkte ich mich darauf, an der Glasfront in einem großen Filzsessel zu versinken und Postkarten zu schreiben. Auch gut. Insgesamt war die Bibliothek gut besucht. Studenten forschten oder plauderten, andere fanden sich zum Zeitunglesen ein. Währenddessen konnte man die kreisenden Möwen und die zurückkommenden Kutter im Hafen bestens beobachten.


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In Bodø hat vor einigen Jahren übrigens ein Streetart-Wettbewerb stattgefunden. Mehrere Fassaden wurden somit großflächig bebildert. In der Touristeninformation gibt es sogar den dazugehörigen Laufzettel, um die rund ein Dutzend Orte zu finden.

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Mit dem Ende des vierten vollen Tages in Bodø wird es Zeit für ein Fazit. Bodø gilt als aufstrebende Stadt, 2024 soll sie die europäische Kulturhauptstadt werden. Tatsächlich gibt es hier viel zu entdecken - von den Attraktionen im Umland habe ich nur einen Teil gesehen. Sicherlich gibt es architektonisch umwerfendere Städte in Norwegen - im Zentrum ist vieles zweckmäßig in den 70er Jahren gebaut worden. Daneben klaffen große Baustellen - die Stadt ist im Wandel und ich bin gespannt, wie sie in ein paar Jahren aussieht. Dennoch habe ich mich hier spontan sehr gut aufgehoben und zuhause gefühlt.

Manches erinnerte mich an Bergen, etwa die beschaulichen Wohngebiete an den Hängen. Dagegen ist die Landschaft deutlich spektakulärer als im südlichen Norwegen und ich hätte gern noch viel mehr Spots entdeckt, etwa Kjerringøy, das norwegische Luftfahrtmuseum oder den Strand von Mjelle. Dass es derweil mit dem Nordlicht nicht geklappt hat, kann ich verschmerzen. Der Trip mit Luna und ihren Artgenossen war ebenfalls sehr eindrucksvoll und mein Highlight der Reise. Außerdem habe ich im Babel Barista unschlagbar gute Zimtschnecken und Kaffee zum fairen Preis bekommen. Und über diese Schiene kann man mich ja auch immer gewinnen. Jederzeit.



Am Freitagmorgen begab ich mich wieder auf den Weg zum kleinen Flughafen. Wieder hieß es warten, denn die Bordkarte erhielt ich erneut erst nach Beginn des Boardings. Zum Abschied bekam ich noch einmal vor Augen geführt, wie das Winterwetter alternativ ausfallen kann: Ein Schneesturm legte den Flugverkehr für rund eine Stunde lahm. Zum Glück blieb mir in Oslo dennoch genügend Zeit zum Umsteigen, auch wenn ich mir aufgrund eines fehlerhaften Codes insgesamt vier Bordkarten ausdrucken lassen musste. Der Airbus A319 der Germanwings war erneut gut gebucht, doch immerhin musste ich nicht in der letzten Reihe sitzen, sondern bekam einen Platz in der Mitte. Aber als Standby-Reisender will ich ja auch gar keine großen Ansprüche stellen. Umso mehr fühlte ich mich wie Graf Koks aus der Gasanstalt, als mich die Flugbegleiterin an den Notausgang umsetze, da die dort platzierten Gäste sich in der Exit-Reihe nicht so wohl fühlten. Frohlockend und mit Beinfreiheit bis Meppen flog ich entspannt zurück nach Fuhlsbüttel, um schließlich den letzten Teil der Reise nach Hannover mit dem ICE zurückzulegen.

Damals - Ende Februar - ahnte ich noch nicht, dass dies eine der letzten Reisemöglichkeiten für längere Zeit sein sollte. Die Corona-Pandemie erreichte langsam Europa und umso glücklicher war ich, dass ich all diese schönen Eindrücke noch vor dem Lockdown sammeln konnte. In diesem Sinne: Tusen takk!
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Re: Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 27.08.2020 - 21:19 Uhr  ·  #2
Fantastisch, was so ein Flugsimulator alles leistet, fast wie im richtigen Leben.
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Re: Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 28.08.2020 - 13:34 Uhr  ·  #3
Ja ne? Hätte auch nicht gedacht, dass die 3D-Städte im MSFS 2020 so detailliert sind. :D
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Re: Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 28.08.2020 - 18:14 Uhr  ·  #4
So, so Sören. Du fliegst also fremd. Ich hatte gedacht das diese Scenerien aus x-plane sind. Statt dessen bist Du jetzt mit dem 2020 unterwegs. Tssssss.

Dein Bericht und die Fotos sind mal wieder einmalig. Bodo kenne ich recht gut. Zumindest den Airport. Früher bin ich immer über Bodo geflogen, wenn ich nach Nordnorwegen unterwegs war um dort an Hundeschlittentouren teil zu nehmen. In Bodo gab es immer eine Zwischenlandung. Von hier ging es dann weiter mit einer "klapprigen" Fokker 50 nach Bardufoss.

V.G uli :-)
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Re: Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 28.08.2020 - 18:46 Uhr  ·  #5
Freut mich, danke Uli! :) Bodø ist - genau wie Tromsø - wirklich so ein kleiner Hub, um die all die abgelegenen Airports in Nordnorwegen zu erreichen. Anstelle der Fokker 50 sind es heute die kleinen Dash-8-100. Von deinen Reisen nach Bardufoss musst du mal erzählen.
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Re: Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 31.08.2020 - 12:45 Uhr  ·  #6
Ganz tolle Story mit vielen wunderbaren Bildern. Vielen Dank dafür.

Aber trotz der Begeisterung, ich kann und will mich mit den Schneebildern noch nicht anfreunden. Wobei sie toll aussehen und man sich wünscht, dass es bei uns mal auch wieder so aussehen soll und nicht wie in den letzten Jahren dieser Matschbrei und Drecklerei.
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Re: Bodø 2020 - Who let the dogs out?

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Gepostet: 06.09.2020 - 18:56 Uhr  ·  #7
Danke Stefan! Und ja, ich sehe das genau wie du. Wenn der Sommer noch ein wenig bleiben würde, wäre mir das auch ganz recht. Die letzten Winter in Norddeutschland habe ich übrigens alle sehr grau und nass in Erinnerung - selbst der verschmähte Schneematsch präsentierte sich nicht. :D
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